26.01.2020 / Artikel / Wirtschaft und Verkehr /

Passwangstrasse!

Eines ist klar: am Passwang wird seit Jahren geflickt. Vor einigen Jahren nun hat der Kanton erkannt, dass es so nicht weiter gehen kann. Es wurde beschlossen, eine umfassende Sanierung vorzunehmen, indem die Strasse mittels Betonverankerungen und Stahl mit dem festen Fels-Untergrund verbunden, die Stützmauern erneuert und übrige Sicherheitseinrichtungen errichtet wurden.

Der erste Abschnitt ist seit letztem Jahr fertig gestellt. Für die einen ist das nun eine Autobahn, für die anderen ein sicherheitskonformer Ausbau, der über viele Jahrzehnte keine weiteren baulichen Massnahmen mehr erfordern wird und im Unterhalt um einiges günstiger zu stehen kommen wird. Einheimische wissen es: die Hänge am Passwang «wandern», die Sanierung ist deshalb eine notwendige, wenn teure Baumassnahmen.

Nun steht die zweite Tranche vom Neuhüsli bis zum Schildloch an. Es gibt Schwarzbuben, welche sich dagegen aussprechen. Ich bin kategorisch der Ansicht, dass man nicht 21 Mio. Fr. für die erste Etappe ausgeben kann und dann den Rest nur repariert, statt nachhaltig saniert. Auch auf dem zweiten Abschnitt sind die Felsverankerungen notwendig und grosse Stützmauern müssen ersetzt werden. Es wird angeführt, man solle die Strasse weniger breit ausbauen – notabene sind 50 cm Verbreiterung geplant. Wer schon einmal im Postauto gesessen ist und einen Vollstopp erleben musste, weil ein Traktor mit Heupresse entgegen kam, sieht ein, dass diese 50 cm kein Luxus sind.

Gibt es Mehrverkehr? Der Passwang ist auch in Zukunft keine einfach zu fahrende Strecke – im Berufsverkehr gewinnt meistens die schnellere Strecke gegen der kürzeren.

Befürchtungen, dass die weiteren Kantonsstrassen, sei es der Kreisel in Breitenbach oder die demnächst ebenfalls zu sanierenden Strassenstücke zwischen Büsserach und Breitenbach leiden werden, muss mindestens aus finanzieller Gemeindesicht keine Sorge machen; seit der Kantonsrat meinen Antrag angenommen hat, ist die Finanzierung der Kantonsstrasse alleinige Sache des Kantons (wovon notabene gerade wir Gemeinden am Passwang massiv profitieren), auch wenn wir uns in den nächsten Jahren zwischendurch an den einspurig befahrbaren Baustellen gedulden müssen.

Ich appeliere an die LüsseltalerInnen, ein positives Signal an die restlichen KantonseinwohnerInnen zu senden; dass Schwarzbuben gegen ein Projekt opponieren, dass ihnen selber am meisten nutzt, wird ennet dem Berg nicht auf Verständnis treffen. Eine zeitnahe Sanierung der zweiten Etappe sollte nicht untergraben werden.

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