30.01.2017 / Artikel / /

Zum Tod von Bernhard Stöckli, Alt-Kantonsratspräsident

„Ein aussergewöhnlicher Mensch lebt nicht mehr“. Diese treffenden Worte standen auf der Todesanzeige von Bernhard Stöckli.
Wir trauern und gedenken einer Persönlichkeit, die in ihrem Leben Spuren hinterlassen hat, so die Worte von Alt-Regierungsrat Klaus Fischer, in seiner Würdigung des Verstorbenen anlässlich des Trauergottesdienstes in der Klosterkirche in Mariastein.

Bernhard Stöckli war in seiner 12-jährigen Tätigkeit ein engagierter Kantonsrat mit grossem Allgemeinwissen in sämtlichen politisch relevanten Themen. Im Jahre 2000 wurde er zum Kantonsratspräsidenten gewählt. Mit grossem Stolz und viel Engagement übte er das Amt des höchsten Solothurners aus. Es gelang ihm bestens, die Beziehungen zwischen den Regionen unter einander und mit dem Kanton zu verbessern und zu vertiefen. Die Kantonsratsdebatten leitete er souverän und auch mit einer guten und oft hilfreichen Portion Humor.

Der Verstorbene war ein politischer Mensch. Die Freude an der Politik wurde ihm in die Wiege gelegt. Schon in jungen Jahren engagierte er sich in der Partei- und Gemeindearbeit.
Kaum dienstpflichtig, wurde ihm das Feuerwehrkommando übertragen. Unter seiner langjährigen Leitung entstand eine zeitgemässe Dorffeuerwehr.
Während 26 Jahren amtete er als gewissenhafterer Zivilstandsbeamter.
Von 1973-1981 gehörte Bernhard Stöckli dem Witterswiler Gemeinderat an, dann amtete er bis 1989 als Gemeindeammann. In dieser Zeit erlebte das Dorf eine rasante Bevölkerungsentwicklung mit einem entsprechenden Bedarf an grossen Infrastrukturaufgaben.
Der Bürgergemeinde diente er ab 1969 zuerst während 16 Jahren als Bürgerschreiber, dann nochmals die gleiche Zeitdauer als deren Vizepräsident.

Zu allen Menschen fand Bernhard Stöckli immer einen guten Draht. Er vermied Konfrontationen und suchte bei Konflikten Lösungen. So konnte er sich mit unterschiedlichen Meinungen zurecht finden. In Besprechungen fasste er sich kurz und bündig, gerne wechselte er zum angenehmen und fröhlichen Gespräch.
Er hatte einen guten Instinkt des politisch Machbaren und Erreichbaren.

Während 33 Jahren wirkte er im Vorstand der örtlichen Raiffeisenbank, davon 27Jahre als deren umsichtiger Präsident. Sechs Jahre präsidierte er den Gewerbeverband Hinteres Leimental. Viele weitere Institutionen der Gemeinde und der Region profitierten von seiner wertvollen Mitarbeit.

Bernhard Stöckli liebte und genoss das gesellige Leben. Er war Mitglied von Sportvereinen. Als guter Tenor sang er im Kirchenchor und war gerne und aktiv im Rebberg der Rebzunft tätig.

Seit seiner kaufmännischen Lehre blieb er während seiner Berufszeit der Versicherungsbranche treu, zuletzt als Generalagent. Dank seinem umgänglichen Wesen war er bei Vorgesetzten und Kunden beliebt und geschätzt.

Das Familienleben war geprägt von seinem vielfältigen Engagement. Seine Frau Judith hat ihm dabei stets den Rücken freigehalten und ihn unterstützt. Die beiden Kinder erlebten eine unbeschwerte Jugend und einen grosszügigen Vater.

Das Leben nach der politischen Laufbahn und der Aufgabe der öffentlichen Ämter wurde für Bernhard Stöckli zusehends schwieriger. Vermehrt zog er sich zurück. Die Krankheit und der Tod seiner Frau, auch seine angeschlagene Gesundheit waren weitere schmerzliche Einschnitte in seinem Leben.
Aber er traf sich regelmässig und bis wenige Stunden vor seinem Ableben gerne mit seinen Freunden. Sein Tod ist für viele Menschen ein grosser Verlust.
Ein aussergewöhnlicher Mensch lebt nicht mehr!

Nachruf von Josef Stebler, Witterswil