15.10.2016 / Artikel / Wirtschaft und Verkehr /

Ältere Arbeitnehmende stärken

Beitrag von Nationalrat Stefan Müller-Altermatt.

Digitalisierung im Arbeitsmarkt, hohe Altersgutschriften, fehlende Weiterbildung: Die Schwierigkeiten für ältere Arbeitnehmende, im modernen Schweizer Arbeitsmarkt einen Arbeitsplatz zu finden, sind bekannt. Besonders betroffen sind Menschen mit tiefem Qualifikationsniveau. Die CVP fordert schon lange, dass das Potenzial an inländischen Arbeitskräften berücksichtig wird, bevor Personal im Ausland rekrutiert wird. Es braucht gezielte Massnahmen und Anreize, um die Arbeitsmarktfähigkeit gewisser Arbeitnehmerkategorien zu verbessern und um ihnen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu geben. Die CVP ist in diesem Bereich aktiv und reicht zwei neue Vorstösse ein.

Wer im Alter arbeitslos wird, hat oft grosse Schwierigkeiten eine neue Stelle zu finden. Insbesondere Menschen mit einem tiefen Bildungsstand sind stark betroffen und können sich nicht an die sich schnell verändernden Anforderungen des modernen Schweizer Arbeitsmarktes anpassen. Um ihnen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu geben, braucht es für ältere Arbeitnehmende und Arbeitsuchende gezielte Massnahmen im Bereich Weiterbildung und bei der beruflichen Vorsorge. Um Arbeitslosigkeit im Alter zu verhindern, müssen vermehrt Anreize geschaffen werden, um ältere Arbeitnehmende im Erwerbsleben zu halten. Insbesondere müssen Umschulungen angeboten werden, um den Einstieg in Bereiche mit Fachkräftemangel zu fördern.

Digitalisierung und Arbeitsmarkt

Die vierte digitale Revolution spielt für die künftige Entwicklung der Schweizer Wirtschaft eine wichtige Rolle. Sie bietet dem Wirtschaftsstandort Schweiz die Chance, sich trotz hohen Lohnniveaus und Bodenpreisen und trotz starken Frankens wettbewerbsfähig zu halten. Die Umstellung des schweizerischen Arbeitsmarktes benötigt entsprechend qualifizierte Arbeitskräfte, um neue Industriewerkzeuge betreiben zu können. Diese Umstellung ist in vollem Gange. Sie ist aber verbunden mit der Sorge, dass eine immer grösser werdende Anzahl von Arbeitsplätzen für nicht ausreichend qualifizierte Mitarbeiter verloren gehen. Gerade ältere Arbeitsnehmende mit tiefem Qualifikationsniveau dürften davon letztlich betroffen sein. Die CVP hat in der Herbstsession zwei Vorstösse eingereicht, die den Bundesrat auffordern, zusammen mit der Wirtschaft und der Wissenschaft Massnahmen im Bereich Bildung und Weiterbildung im Zusammenhang mit der Digitalisierung vorzustellen. Unsere Arbeitnehmenden müssen auf die „Industrie 4.0“ vorbereitet werden!

Keine Benachteiligung in der beruflichen Vorsorge

Die hohen Altersgutschriften in der beruflichen Vorsorge stellen für ältere Arbeitnehmende eine Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt dar. Die heutige Staffelung der Altersgutschriften hat zur Folge, dass diese im Vergleich zu jüngeren Arbeitnehmenden wesentlich höhere Lohnnebenkosten aufweisen. Die CVP will im Rahmen der Reform der Altersvorsorge 2020 eine flachere Staffelung der Altersgutschriften, sowie eine Plafonierung des Niveaus ab 45 Jahre.

Steuerabzug von Aus- und Weiterbildungskosten

Die steuerliche Entlastung bei der berufsorientierten Aus- und Weiterbildung ist ein weiteres Projekt, das von der CVP angestossen worden ist: Ab dem 1. Januar 2016 können Weiterbildungskosten von bis zu 12 000 Franken pro Jahr von den Steuern abgezogen werden. Für die CVP entspricht dies einem wichtigen Anliegen: Lebenslanges Lernen stärkt die Arbeitnehmenden und erhöht die Qualität unseres Arbeitsmarktes insgesamt.