11.05.2016 / Artikel / Bildung / ,

Kantonsrat lehnt JCVP-Volksauftrag knapp ab – Sparglaube geht vor Faktenlage

Der Kantonsrat befand an seiner Sitzung vom 11. Mai unter anderem über den Volksauftrag «Angemessene Bildungsmöglichkeiten auch in den Randregionen» der Jungen CVP. Der Rat lehnte es knapp ab, die nutzlose Sparmassnahme zu widerrufen.  

Nach über dreiviertelstündiger Diskussion entschied der Kantonsrat mit 49 Nein zu 42 Ja bei 5 Enthaltungen den Volksauftrag für nicht erheblich zu erklären. Der Volksauftrag hatte vom Regierungsrat verlangt, den Solothurner Schülerinnen und Schülern auch in Zukunft den Zugang zu ausserkantonalen Wirtschafts-, Handels- und Informatikmittelschulen zu ermöglichen. Der Auftrag wurde im Januar mit 579 Unterschriften eingereicht und von über 70 Personen, darunter zahlreiche ehemalige und aktive GemeindepräsidentInnen, Kantonsräte und WMS-Absolventen aus dem Schwarzbubenland, öffentlich unterstützt. Auch eine Schülerpetition aus dem Dorneck mit 500 Unterschriften wurde kurzfristig noch Bildungsdirektor Remo Ankli übergeben.

Trotz der breiten Unterstützung des Anliegens aus dem Schwarzbubenland schien einer Mehrheit des Kantonsrates bis zuletzt die Bedeutung und Wichtigkeit der WMS als Bildungsangebot nicht klar. Eine Mehrheit glaubt offenbar weiterhin an einen Spareffekt und beharrte stur auf dem Massnahmenplan trotz gegenteiliger Rückmeldungen von Lehrpersonen. Vorstandsmitglied Glenn Steiger stellt fest: «Erste Übertrittszahlen für das kommende Jahr zeigen bereits eine Umlagerung weg von der WMS hin zur FMS und dem Gymnasium, was den Kanton gesamthaft massiv mehr kostet.»

Auch die starke Minderung der Standortattraktivität in den Randregionen und dass Solothurn nun der einzige Kanton der Schweiz ist, der seinen Schülern nicht das komplette Bildungsangebot zur Verfügung stellt, änderte nichts am Verdikt der Mehrheit. Viele Kantonsräte zeigten sich zudem überzeugt, dass die WMS in Konkurrenz zur dualen Bildung stehe. «Dies ist falsch, denn auch an der WMS wird neben der breiten Grundbildung durch das einjährige Berufspraktikum der Einstieg in die Arbeitswelt vollzogen.», gibt Glenn Steiger zu bedenken.

Leider ist mit der Ablehnung des Volksauftrages die vorerst letzte Möglichkeit zur Korrektur des Fehlentscheides verstrichen. Co-Präsident Luca Strebel erklärt: «Die Junge CVP wird die Übertrittszahlen in den kommenden Jahren jedoch weiterhin genau im Auge behalten und gegebenenfalls wieder aktiv werden.»

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