01.05.2015 / Artikel / Bildung /

Der Regierungsrat geht in die Schule

Artikel von Martin Staub aus dem Wochenblatt Schwarzbubenland-Laufental.

Regierungsratssitzung mit viel Publikum: An den Sitzungstischen von links.: Remo Ankli, Peter Gomm, Staatsschreiber Andreas Eng, Esther Gassler, Roland Fürst und Landammann Roland Heim als Sitzungsleiter. Foto: Martin Staub

Regierungsratssitzung mit viel Publikum: An den Sitzungstischen von links.: Remo Ankli, Peter Gomm, Staatsschreiber Andreas Eng, Esther Gassler, Roland Fürst und Landammann Roland Heim als Sitzungsleiter. Foto: Martin Staub

Der Solothurner Regierungsrat hielt seine Sitzung für einmal ausserhalb des Rathauses ab. Das Oberstufenzentrum OZL Bättwil war Gastgeber.

Das Hintere Leimental feiert seine 500-jährige Zugehörigkeit zu Solothurn (vergleiche Wochenblatt Nr. 10 vom 5.3.2015). Verschiedene Gelegenheiten sollen laut Richard Gschwind, Gemeindepräsident Hofstetten-Flüh und Präsident im Jubiläums-OK, genutzt werden, den Leimentalern ihren Kanton näherzubringen. «Und umgekehrt», wie er betonte, «Auch der Rest des Kantons soll mit uns in Kontakt treten.» Zu diesem Zweck wurde der Solothurner Regierungsrat eingeladen, was dieser gerne annahm. Am Dienstagmorgen fuhren die fünf Amtsträger inklusive Weibel, Mediensprecher und Staatsschreiber für einmal in die Schule im solothurnischen Leimental, wo sie von Schulleiterin Susan Gronki, einer Schar Schülerinnen und Schüler und vielen Interessierten aufs Herzlichste empfangen wurden.

«Ein sehr seltenes, aber erfreuliches Ereignis», wie Regierungsrat Peter Gomm im Anschluss an diese ansonsten «ganz normale Ratssitzung» feststellte. Landammann und somit Vorsitzender der Sitzung, Roland Heim, bestätigte nach einer kurzen Einführung an die Öffentlichkeit, dass sie – das fünfköpfige Gremium – von nun an so tagten, «als sei niemand anderes hier».

Und so liefen die ersten 14 Traktanden dieser Sitzung zügig über die Bühne, worauf Mediensprecher Dagobert Cahannes noch vor der Pause das von den Medien erwartete Telegramm mit den regierungsrätlichen Beschlüssen, Botschaften und Entwürfen zuhanden des Kantonsrates verschickte.

«Solothurn ist der einzige Kanton, in dem die Sitzungen des Regierungsrates öffentlich sind», erklärte Landammann Roland Heim und wies die Gäste darauf hin, dass sie also durchaus auch im Solothurner Rathaus zu einer solchen willkommen seien.

«Was macht ein Regierungsrat eigentlich sonst noch?», wollte ein Schüler im Rahmen der Fragerunde von den Herren und der Dame aus Solothurn wissen. Peter Gomm dokumentierte die Aufgaben etwa so: Neben Sitzungen – viele bereits am frühen Morgen – seien Repräsentationen, die Pflege von Kontakten, das Kommunizieren mit dem Volk und eine Menge administrative Arbeit an der Tagesordnung. «Der Kontakt zum Volk ist für uns zentral», schloss der Vorsteher des Departementes des Innern. Remo Ankli, zuständig für Bildung und Kultur, durfte sich auf brennende Fragen über die aktuelle Schulsituation gefasst machen. «Warum werden wir künftig an gewissen ausserkantonalen Schulen nicht mehr vom Kanton unterstützt?», war so eine. Worauf Ankli, «grad hier an der Peripherie des Kantons», Verständnis signalisierte, aber mit Hinweis zur Solidarität im ganzen Kanton und der Sparpflicht eines jeden Departementes, keine lösungsorientierte Antwort zur Hand hatte.

Im zweiten Teil der Sitzung behandelte der Solothurner Regierungsrat die nicht öffentlichen Traktanden. «Das sind vorwiegend solche, wo es um Arbeitsvergaben und Aufträge geht», informierte Landammann Heim. Rund ein Dutzend davon sollten an diesem Tag noch behandelt werden, bevor dieser Jubiläumsbesuch mit einem Apéro – musikalisch begleitet durch den Schulchor – und anschliessendem Mittagessen mit Lehrpersonen und Behörden seinen Abschluss fand.