25.09.2011 / Medienmitteilung / Umwelt und Energie / ,

Woher kommt unser Strom in der Zukunft?

Hochwald. Der Ausstieg aus der Atomenergie ist eines der brennenden Themen in diesem Wahlkampf. An einem gut besuchten Themenabend diskutierte die CVP Dorneck-Thierstein über die Zukunft der Energie-Produktion.

Im Kanton Solothurn wird heute drei mal so viel Strom produziert wie verbraucht, dies vor allem dank dem Kernkraftwerk Gösgen. Die Strombranche ist im Kanton ein Wirtschaftsfaktor, sie beschäftigt rund 1’100 Personen. Nationalratskandidat Stefan Müller aus Herbetswil stellte sich in seinem Referat die Frage, ob es möglich ist, den Stromverbrauch im Kanton auch ohne AKW zu produzieren. Müller möchte überschüssige Energie aus Solar- und Windanlagen nutzen, um Wasser in die Stauseen der Alpen zu pumpen. Bei Bedarf kann so Strom produziert werden. Das Potential für die Windkraft im Kanton Solothurn sei eingeschränkt. Im Kettenjura hätte es zwar genügend Wind, aber die Fläche fehlt an vielen Standorten, um die riesigen Windräder aufzustellen. Im Richtplan gibt es fünf mögliche Standorte für maximal 25 Windräder. Peter Brotschi, Nationalratskandidat aus Grenchen und Pilot, beleuchtete das Dilemma der Landschaftsschützer anhand seiner Flugaufnahmen. Im Kanton Solothurn sieht Stefan Müller dafür viele Möglichkeiten für Fotovoltaikanlagen, zudem könne man fossile Grossheizungen mit einer Wärme-Kraft-Koppelung ergänzen und dadurch zusätzlich Strom produzieren. Die Geothermie stecke noch in den Kinderschuhen, hier muss gemäss Müller noch geforscht werden, Thermalquellen könne man aber rasch für die Stromproduktion nutzen.

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Nationalrat und Ständeratskandidat Pirmin Bischof am Energieanlass in Hochwald

Ständeratskandidat Pirmin Bischof unterstützt den energiepolitischen Kurs des Bundesrates. Deutschland hat seit dem Unfall in Japan bereits sieben Atomkraftwerke abgestellt – nun würden alte Kohlekraftwerke wieder in Betrieb genommen, die Co2-Problematik werde ausgeblendet. Zudem importiere Deutschland Strom aus Frankreich, das die Atomenergie sogar noch ausbaut. Die Schweiz hat eine ganz andere Strategie: Der Ausstieg erfolgt auf eine lange Frist, so dass genügend Zeit bleibt, andere Energiequellen anzuzapfen. Bischof setzt sich für eine umweltverträgliche Stromproduktion ein, welche sich mit den Zielen zur Reduktion des Co2-Ausstosses vereinbaren lassen. Die Versorgungssicherheit müsse stets gewährleistet werden. Heute stammen etwa 40 % der inländischen Stromproduktion aus Atomkraftwerken. Bischof will 10 % durch eine bessere Nutzung der Wasserkraft ersetzen. Das Potential für erneuerbare Energien sieht er ebenfalls bei 10%. Ein Teil soll eingespart werden, denn der umweltfreundlichste Strom sei der gesparte. Er rief dazu auf, alte Kühlschränke und Tiefkühltruhen durch neue Modelle zu ersetzen, denn diese verbrauchen viel weniger Energie. Damit keine Versorgungslücken entstehen, komme die Schweiz nicht darum herum, Gas-Grosskraftwerke zu bauen. Ein Teil des Co2-Ausstosses müsse im Ausland kompensiert werden.

Auch die Nationalratskandidaten aus der Amtei haben ihre Energiespartipps: Hans Abt sieht ein grosses Potential bei der Gebäudeisolation, Bruno Maggi empfiehlt eine Wärmepumpe mit Erdsonde und Susanne Koch verwendet das Warmwasser aus der Solaranlage für die Geschirrspül- und Waschmaschine.

In der Diskussion zeigten sich die Zuhörer beeindruckt von den Referaten. Mehrere Voten riefen dazu auf, die Bewilligungsverfahren für Solaranlagen zu vereinfachen und auf Anschlussgebühren zu verzichten.